Oberschwäbischer Bildschnitzer der Ulmer Schule: DOMINIKUS

 

 

Um 1490

Aus Inzigkofen, Landkreis Sigmaringen.
Schreinfigur von der spätgotischen Ausstattung der 1780 barockisierten ehemaligen Klosterkirche der Augustinerinnen. Zugehörig die Figur des AUGUSTINUS.
Lindenholz. Rückseite flach und ausgehöhlt. Im Hinterkopf eine runde Aushöhlung. Auf dem Kopf ein Spannloch verdübelt. Auf der Standfläche rechts eine neue Unterkeilung als Ersatz für ein verlorenes Holzstück, das an einem steckengebliebenen Dübel und einem offenen Dübelloch befestigt war. Rechte Hand mit Buch im Block geschnitten. Linke Hand angestückt, Stab fehlt. Risse ausgespänt. Fassung abgenommen. Am Mantel innen ein warmes Grün und in der Kapuze ein Blaugrün in geringen Resten erhalten.
H 95 cm, B32 cm,T17,5 cm.

 

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DOMINIKUS (1170-1221) lebte in Spanien und wird als Gründer des Dominikanerordens und Prediger im Kampf gegen die Irrlehren verehrt. Er wird in Ordenstracht mit einer Haartonsur dargestellt. In der rechten Hand trägt er das Buch der Ordensregel, während die linke einen verlorengegangenen Stab hielt. Im gerafften Mantel sind Knitterfalten zu finden, deren Formen auch bei der Figur des Augustinus vorkommen. Die Höhlung im Hinterkopf ist ein Hinweis auf die Syrlin-Werkstatt. Die beiden Heiligenfiguren stammen wahrscheinlich vom spätgotischen Hochaltar der Klosterkirche in Inzigkofen, der einem Barockaltar weichen mußte.

Lit.: Dursch, 1851, S. 12, Nr. 26.-Baum, 1929, S. 45, Nr.134 mit Abb. S. 87.


 
(20 K)

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