Oberschwäbischer Bildschnitzer Umkreis Daniel Mauch: KATHARINA

 

 

Um 1520

Aus Horgenzell-Ringgenweiler, Landkreis Ravensburg. Schreinfigur. Zugehörig die Figur der DOROTHEA.

Lindenholz. Rückseite flach und ausgehöhlt. In der Aushöhlung zwei Pergamentstücke zur Verstärkung dünner Holzstellen eingeleimt. Auf dem unteren Pergamentstück der Ausschnitt eines gut lesbaren, aber belanglosen Textes vom Ende des 15. Jahrhunderts. Rechte Hand angestückt. Schwertklinge und Parierstangen ergänzt. Alte Fassung mit Ausbesserungen. Inkarnat lebhaft getönt. Haare golden, mit braun-goldenem Haarnetz und Krone bedeckt. Halstuch weißlich. Gewand rot, mit Goldborte am Halsausschnitt und den Ärmelenden. Mantel vergoldet, Futter dunkelgrün. Bodenstück braungrün.
H 125 cm, B 44 cm, T 24 cm.

 

*

Die heilige KATHARINA hält das vor ihr auf den Boden gestellte Richtschwert als Zeichen ihres Martyriums, bei dem sie gerädert und dann enthauptet worden ist. Das zerbrochene Rad ist hier nicht beigegeben. Auf dem modisch in ein Netz gebundenen Haar trägt sie die Märtyrerkrone. Das Gewand ist am engen Mieder reich in Falten gefaßt. Der Mantel ist um die rechte Seite gezogen und vom linken Arm vor den Körper gerafft. Eine warme Harmonie von Rot und Grün, begleitet vom matten Schein des Goldes rücken die Heiligenstatue in eine unwirkliche Sphäre.

Lit.: Dursch, 1851, S. 14, Nr. 37. - Gröber, 1922, S. 4, Abb. 24. - Baum-Getzeny, 1927, T. 11. - Baum, 1929, S. 38, Nr. 88 mit Abb. S. 67. - P. Schmid, 1934, S. 37 mit Abb. T. 10, Nr. 88. - Stähle, 1977, S. 57, Nr. 45 mit Abb.