Werkstatt Niklaus Weckmann: PETRUS

 

 

1493
Aus Ehingen/Donau, Alb-Donau-Kreis. Schreinfigur von einem Altar der ehemaligen Kapelle des Marchtaler Klosterhofes.

Lindenholz. Rückseite flach und ausgehöhlt. Im Hinterkopf eine runde Aushöhlung. Im Nacken ein Holzstück ausgebrochen. Rechte Hand angestückt. Das Attribut, 1851 eine Feder, fehlt. Verschiedene Risse ausgespänt. Alte Fassung mit geringen Ausbesserungen. Inkarnat kräftig getönt. Haare und Bart grau. Gewand grün-blau mit Lasuren. Ärmelaufschlag rot. Gewandsaum 3 cm breit vergoldet. Gürtel rotbraun. Mantel außen vergoldet. Innenseite bei der Fassung nicht abgesetzt. Mantelsaum mit erhaben geschnittenen Großbuchstaben verziert, deren Folge keinen Sinn ergibt. Buch mit braunem Einband und weißlichen Blättern.
H 103,5 cm, B 34,5 cm, T 22 cm.

 

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Die Heiligenfigur wird von Dursch (1851) als "Hieronymus mit Buch und Feder, Kirchenlehrer" bezeichnet. Erst Otto (1927) und Baum (1929) verwenden die Bezeichnung "Petrus". Die rechte Hand des Heiligen zeigt auf das offene Buch und kann keinen Schlüssel als Attribut des Petrus gehalten haben. Mangels herkömmlicher Attribute ist die Benennung als "Hieronymus" nicht hinreichend gesichert. Die im Schrifttum eingeführte Bezeichnung "Petrus" kann sich auf stilverwandte Bildwerke beziehen, die einen ähnlichen Greisenkopf mit der Stirnlocke aufweisen. Lit.: Dursch, 1851, S. 15, Nr. 44 (Hieronymus). - Otto, 1927, S. 147-148 mit Abb. 156 (Petrus). - Baum, 1929, S. 42, Nr. 115 mit Abb. S. 84 (Petrus). - Stähle. 1977, S. 40, Nr. 32 (Petrus).