Die Mittel

Schaut man sich den Materialaufwand an, so kann man die Gigantomanie der Projekte ermessen, die die Führung der Nazis in den unterirdischen Minen von Thil realisieren wollte, um sich den dahinschwindenden Sieg noch zu sichern. 

Wir versuchen hier einige der Mittel aufzuzählen, wobei die Auflistung unvollständig bleiben muß. Es ist klar, daß diese umgebauten Stollen jede Menge Arbeitsmaschinen und andere Gerätschaften aufnehmen sollten.

Was die "Ausstattung an Personal" betrifft, kann man sich eine Idee davon machen, wenn man die Wunschliste des Verantwortlichen für die Minette GmbH vom 25.07.1944 anschaut, die dieser an das Rüstungskommando Nancy gerichtet hatte: 1000 Stühle, 3000 Decken, 1000 Schränke, 500 Betten. Es scheint sich hierbei um Gegenstände für das Zivilpersonal zu handeln, weil in einem Begleitschreiben vom Jägerstab empfohlen wird: " ...wir wurden darüber informiert, daß auf Anweisung des Führers die Unterbringung des deutschen Personals vorbildlich zu sein hat."

In Bezug auf die Ausstattung der Fabrik gab es zwischen dem 20. Mai und dem 19. Juni 7 große Transporte mit Wekzeugmaschinen und anderen Materialien von Fallersleben nach Thil. Porsche hatte in Frankreich Metallpressen beschlagnahmt, von denen er behauptete, daß sie nur zu 3 1/2 % ausgelastet seien. Ende Mai kamen aus dem Sektor Groß-Paris 3 Lieferungen die Metallpressen betreffend an.

Am 2. August 1944 beantragen die Verantwortlichen dieser Einrichtungen den Anschluß an das Netz der deutschen Reichsbahn über Audun-le-Tiche (Deutsch-Oth, annektiertes Gebiet).

Der luxemburger Geheimdienst (PI-MEN) berichtete der BBC, daß 2 große Transporte mit mehr als 50 Lastwagen und Anhänger, mit der neuen Geheimwaffe beladen, luxemburger Gebiet von Pétange über Rodange in Richtung Longwy durchquert hatten.

Siehe auch die Angaben in dem Bericht vom 26.9.1944 von Dr. C.N. Hichman für die Mission ALSOS - GIOS im Kapitel "Visit to Underground". Hier wird auch erwähnt, daß man sich aufgrund der Infrastruktur schwer vorstellen konnte, wie täglich 2000 Personen die Minen betreten und wieder verlassen konnten. Kann man daraus schließen, daß ein Teil der Deportierten ständig in den Tiefen der Minen verweilen mußte, wie dies in einigen deutschen Minen vorkam?



Index
| Das KDO. THIL | Hier ist etwas geschehen |
| Die Entwicklung des Namens | Das Rüstungskommando Nancy |
| Warum Thil |Die Zahl der Gefangenen | Die Vemißten |
| Augenzeugen | Die Mittel | Die Zerstörung |
| Fotoreihe zur unterirdischen Fabrik | "Visit to underground - V1 Manufacturing plant" |
| "Anlage Brunhilde" |
| Die Vereinbahrung Volkswagen-Peugeot | Longwy-Thil und Kochendorf |