Warum die Wahl von Thil 

Alles begann nach der Bombardierung von Peenemünde am 17. und 18. August 1943.

Diese Bombardierungen hatten den Nazis schwere Verluste zugefügt, sowohl in Bezug auf Sachschäden als auch in Bezug auf Forschungsergebnisse. Seitdem hatte der E.M. (Jägerstab) in seiner Sitzung vom 7 März 1944 (Bundesarchiv-Militärarchiv(B.A. / M.A.), Freiburg R.L. 3 / 2, p. 35.) entschieden, die Produktion der Geheimwaffen unter die Erde zu verlegen. Dies bestätigt auch eine Aussage von SS General Pohl während der Nürnberger Prozesse. Die deutschen Machthaber waren mit den Gegebenheiten unserer Minen vertraut. Schon 1942 hatte sie Luftwaffengeneral Milch besucht.

PORSCHE, Direktor von Volkswagen, bestätigte General Milch während dieser Sitzung, daß das W.V.H.A. (Wirtschaftsverwaltungshaupamt) schon 3 Tage zuvor dem Ausbau der Mine Tiercelet in Thil und der Zuteilung von 3500 Deportierten aus dem KZ Natzweiler-Struthoff zugestimmt hatte. Porsche sprach persönlich in dieser Angelegenheit mit Himmler, der am gleichen Tag ein Telex an Pohl, dem Leiter der zentralen KZ-Verwaltung, verschickte.

Am 28.12.1943 besuchten Verantworliche des R.L.M. (Reichsluftfahrtministerium), Planungskommission Berlin, ein zweites Mal die Minen von Tiercelet, um dort Fabrikationstädte einzurichten.

DIE MINE TIERCELET IN THIL mit seinen 250 000 qm (nach ihrer Eignung beurteilt) wurde ausgewählt, weil sie am geeignetsten schien: wenig Feuchtigkeit, Nähe zum deutschen Eisenbahnnetz. (Der Bahnhof im benachbarten Ort "Audun-le-Tiche" gehörte zur deutschen Reichsbahn, da er auf annektiertem Gebiet lag.) So wurde unsere Gegend nach der Landung der Alliierten eine strategisch hochgradig wichtige Region.

Der deutsche Führungsstab war immer noch davon überzeugt, daß die massive Produktion von Geheimwaffen in den Minen von Thil die "Eroberer" stoppen und vernichten könnte.

Mit diesem Ziel wurde in den Wäldern von Angevillers (anektiertes Gebiet, 10 km von Thil entfernt) ein Bunker gebaut, den man mit der Anlage Brunhilde, einem Führerhauptquartier, idendifizieren kann. (Siehe das entsprechende Kapitel.) Von hier aus hätte Hitler, umgeben von den Mitgliedern des OKW, die Front leiten können. Am 31. Juli 1944 stellte er die Frage, ob sein Hauptquartier in Thionville Schutz vor 6000 kgs Bomben bieten würde.

Die Alliierten rückten aber schneller vor als erwartet. Die Deutschen evakuierten unsere Region in Richtung ihrer hügeligen Gegenden und nahmen unsere unglücklichen Deportierten mit, in der Hoffnung doch noch diese und neue Geheimwaffen rechtzeitig fertigzustellen, um die Alliierten zu stoppen. So finden wir unsere Deportierten in DORA, diesem unterirdischen, von tausenden Gespenstern bevölkerten Reich wieder.

Die Minette GmbH findet Unterschlupf in Holzminden (an der Weser) in einer stillgelegten Asphaltmine. Sie bekommt den Decknamen "Hecht". Ihr offizieller Name wird "Deutsche Asphalt AG. Grube Haarman". Diesen behält sie bis zur Befreiung am 7. April 1945 bei.

In dieser neuen Fabrik wurden Motorteile für den "Tragjäger" Focke Wulf Ta. 152 hergestellt.

Die "Minette GmbH" wird offiziell im Jahr 1957 liquidiert.

Ein Gedanke befällt mich: Und wenn die "Grube Erz" ihre Mission erfüllt hätte?


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