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Der erste Mann, Oxomoco,und seine Frau, Cipactónal,waren sehr weise. Sie lernten es, mit den Maiskörnern umzugehen und - so berichten die Mythen - beobachteten auch die Bewegungen der Sonne, des Mondes und des großes Sternes (der Venus). Es heißt, sie hätten so die Rechnung der Tage und der Jahre erfunden, die Kalender. Acht-, zehnmal zwanzig und am Ende fünf unheilvolle Tage, so lautet die heilige Zeiteinteilung. Nach ihr richtete sich der Zyklus der Bodenbestellung und auch die Liturgie der Festtage und Opferungen. Zwei Zwanzigtagemonate waren in einigen Gebieten besonders den Toten gewidmet. Es waren dies der neunte Monat, Miccailhuitontli oder "Kleines Totenfest" genannt, und der- zehnte, Huey miccailhuitl oder "Großes Totenfest" (Codex Matritense, 1905, v. 251 r). Doch neben diesem speziellen Gedenken der Verstorbenen war die Präsenz der teomicqueh, der "göttlichen Toten", nämlich der Geopferten, mit denen "Verdienste" erworben wurden, ein wesentliches Element sämtlicher Monate. Um das Leben der Sonne und der Welt zu erhalten, mußten viele sterben, einschließlich jener, die auf den Schlachtfeldern das Leben verloren und von denen es hieß, sie hätten einen "glücklichen und seligen Tod" gefunden (Duran, 1967, 11, S. 445).

Die heiligen Hymnen, die bei derartigen Zeremonien angestimmt wurden, waren Gesänge von Leben und Tod. Mit folgenden Worten wandte man sich an Ixcozauhqui den Gelbgesichtigen", den Feuergott, wahrscheinlich in dem dieser Gottheit geweihten Wachstumsmonat Izcalli: