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Die Geschicke im Jenseits hingen vor allen Dingen von der Todesart ab. Diejenigen, die im Kampf bei dem Versuch das Leben verloren, Gefangene zu machen, um sie den Göttern darzubringen, und jene, die geopfert wurden, sowie Frauen, die bei der Entbindung starben - d. h. mit einem künftigen Krieger im Schoße -, erwartete ein ruhmreiches Schicksal. Sie gelangten in das Haus der Sonne, um diese am Himmel zu begleiten.

Jene, die als vom Regengott Auserwählte einer Todesart erlagen, die man mit jenem in Verbindung brachte, entartete ein anderes Geschick: Die Ertrunkenen oder vom Blitz Erschlagenen, oder solche, die an Wassersucht oder einer in ähnlicher Weise als ,,wässrig" angesehenen Krankheit starben, kamen nach Tlalocan,in das Paradies des Regengottes Tláloc,von dem eine bildliche Darstellung aus dem 5. Jahrhundert n.Chr. in einem der Paläste von Teotihuacan erhalten ist. Im Schatten eines großen Baumes, der in diesem Paradies wuchs, versammelten sich die Kinder; die noch vor dem Alter der Vernunft starben. Aus den Zweigen des Baumes troff Milch, die die Kinder ernährte.

Wer eines natürlichen Todes starb, gelangte in das Mictlan,dem "Ort der Toten", auch Ximoayan,d.h."Ort der Entfleischten", oder Tocempopolihuiyan,"unser gemeinsamer Ort des Sterbens" genannt. Eben dorthin, in das Mictlan,war Quetzalcóatl hinabgestiegen, um nach die Wiederherstellung der Welt im fünften Zeitalter die Gebeine der früheren Menschengenerationen zu suchen, mit denen er, dank der erworbenen Verdienste, die die Menschheit unseres Zeitalters hervorbrachte.