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Daneben gab es jedoch auch noch andere Formen der Heimkehr und Wiederbegegnung. Bei den Azteken war die Bedeutung von Huitzilopochtli (Erscheinungsform von Tezcatlipoca,der wiederum eine Verkörperung des Dualitätsprinzips war) und von dem Regengott TlalocAnlaß für die Errichtung eines diesen Gottheiten geweihten Doppelheiligtums auf der Spitze ihrer Haupttempelpyramide. In der Tat waren für die Azteken der mit der Sonne in Verbindung gebrachte Huitzilopochtliund der als Befruchter der Erde mit dieser in Beziehung gesetzte Tlaloc Sinnbild der höchsten Dualität. Und die anderen beiden Bestimmungen im Jenseits bestanden gerade darin, entweder in den Himmel der Sonne oder in das Paradies des Tlaloceinzugehen. Dies entsprach wiederum der Begegnung mit anderen Erscheinungsformen der höchsten Dualität.

So würde die Kommunikation der Menschen mit den Göttern auf der Grundlage der tonalli:(Schicksale") und des to-macehual ("unser Verdienst") mit dem Tode ihren letzten Sinn als Wiederbegegnung mit "unserer Mutter, unserem Vater", dem Ursprung allen Lebens erhalten.

In das Mictlan,den Himmel der Sonne oder das Paradies des Tláloceinzugehen, war für die alten Mexikaner - entsprechend ihrer sozusagen offiziellen Glaubensvorstellungen - die Vollendung der Bedeutung, die sie ihrem Erdendasein beimaßen. Dies hinderte jedoch manche ihrer Weisen nicht daran, sich aus eigenem Antrieb auf die Suche nach anderen Erkenntnissen zu machen, um das große Mysterium von Leben und Tod zu erhellen.