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Grausame Azteken?

Zwischen 1519 und 1521 unterwarf eine Handvoll Spanier unter Cortez das Aztekenreich, einen Hort von Unmenschlichkeit, Menschenopfern und Unterdrückung, und befreite die Indios zum Christentum. So berichten es die Teilnehmer des Eroberungszuges. Bernal Diaz beschreibt die Schrecken in der letzten Phase der Eroberung: "Wir hatten endlich mit großer Mühe und unter vielen Verlusten ein tiefes Wasser überwunden und unser Standquartier erreicht, da ertönte wieder die teuflische Pauke vom Haupttempel, die ganze teuflische Musik der Muscheltrompeten und anderen Instrumenten setzte ein. Es klang grauenhaft, erschütternd und beängstigend. Entsetzlicher noch war, was wir nun mit eigenen Augen sehen mußten. Wir waren Zeugen, wie die Mexikaner unsere unglücklichen Kameraden ihren Götzen opferten. Wir sahen deutlich die Plattform, auf der die Kapellen mit den verfluchten Götzen standen, wir sahen, wie sie einigen der Spanier die Köpfe mit Federn schmückten, wir sahen, wie sie vor dem Kriegsgott tanzen mußten, wir sahen, wie sie auf einen großen Stein gelegt wurden, wie man ihnen mit Obsidianmessern die Brust aufschlitzte, die noch zuckenden Herzen herausriß und sie den Götzen opferte. Das alles mußten wir mit ansehen. Wir sahen, wie sie die Leichen der unglücklichen Schlachtopfer bei den Füßen packten und die Stufen des Tempels herunterwarfen, wie andere Henkersknechte sie unten in Empfang nahmen, Arme, Beine und Köpfe von den Leibern trennten, die Gesichtshäute zum Gerben abzogen, wie sie das übrige Fleisch abtrennten, um es später aufzufressen. Nur die Eingeweide wurden in die Menagerie gebracht und den Tigern, den Löwen, den Ottern und Schlangen vorgeworfen."