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Sonderangebote an kündigen, mit Zuckergußtotenschädeln als Träger für Kopfhörer oder - mit den Namen der Schriftsteller - als Schaufensterdekoration in Buchhandlungen. Die Schädel sind das auffälligste Merkmal des Festes. Sie sind nicht nur Dekoration; sie werden durchaus auch gegessen. Man kann den Namen eines Verstorbenen darauf schreiben; dann "verleibt" man ihn sich im wahrsten Sinne des Wortes ein. Oder man schenkt ihn an Freunde, mit dem eigenen Namen: dann soll die Freundschaft über den Tod anhalten.

Die Ofrenda verläßt das Haus

Eine Reihe von Elementen, beispielsweise die Schädellaternen oder Hexenmasken, sind aus den USA übernommen. Auch das "Gruselspiel" oder die Umzüge entstammen eher dem Halloween, der US-amerikanischen Geistervertreibung, als dem mexikanischen Totenfest. Auf der Straße zwischen Mizquic und Mexico City werden die Autofahrer heute in der Nacht vom 2. auf den 3. November von ganzen Scharen "Toter" belagert und müssen sich "freikaufen". Die "Wettbewerbe" haben die Ofrendas aufwendiger gemacht. Gleichzeitig hat sie sich neue Räume erobert: Plätze, öffentliche Gebäude, Galerien und Kirchen. Kaum ein Platz noch, an dem heute keine Ofrenda möglich wäre; vom Kindergarten bis zur Kathedrale, vom Park bis zum Ministerium. Die Ofrendas im Publikumsraum, die für die Öffentlichkeit gedacht sind, sind oft prächtiger und aufwendiger; hier findet das Kunsthandwerk seinen wichtigsten Platz. Nur wenige Privathaushalte können sich diese Ausgaben leisten.