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Preußischen Armee das Schädel-Symbol am Tschako: hier kommt der Tod! Und die schwarze SS, die diese Uniform modernisiert übernahm, drückte das gleiche aus und sorgte dafür, daß der Schädel endgültig zum Schreckenszeichen wurde. Wir begegnen dem Totenschädel auf Giftflaschen und Transformatorenhäuschen als Warnung. Im Kasperle-Theater darf er noch auftreten - um von Kasperle ebenso verprügelt zu werden, wie Polizist, Bürgermeister oder das aus der Kolonialzeit stammende Krokodil: als Symbol einer Macht, die von der Lebensfreude überwunden wird. Auf dem Rummelplatz erscheint er als "Gruselsymbol": als Gewinn beim Schießen oder in der Tombola; als Steigerung des Vergnügens durch Magenkitzel. In die gleiche Kategorie gehört wohl auch der Schädel, den jeder anständige Medizinstudent zu erobern und auf seinem Schreibtisch zu plazieren hat: er kann mit dem "Grusel" umgehen!

Die Konquista

Zwei entgegengesetzte Vorstellungen stießen aufeinander. Mexiko wurde, teilweise gewaltsam, christlich, eigentlich sollte man annehmen, daß damit auch seine Totenvorstellungen verschwanden. Die Spanier hatten zwei Gründe, nach Mexiko zu kommen: Zum einen benötigten sie dringend Gold und Schätze, um überleben zu können. In Spanien hatte sich während der Kriege gegen die Mauren eine ~Kriegerklasse~ gebildet, die von den Feldzügen und Eroberungen lebte. Mit der Einnahme der Alhambra 1492 waren diese Pfründe versiegt. Das eroberte Land hatte man in Schafweiden umgestaltet, die hohen Ertrag abwarfen - aber nur für wenige. Die Masse der Eroberer konnte nur durch immer neue Kriegszüge existieren. Kriege hat Spanien nun wahrlich genug geführt. Nur richteten sich die meisten jetzt gegen christliche Völker, oft genug gegen den Papst. Und dabei waren